Rückblick auf den 13. KOK-Jahreskongress 2025

Gemeinsam Gestaltung der onkologischen Pflege 2030

Vom 5. bis 6. September 2025 fand in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften der 13. Jahreskongress der Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK) statt. Unter dem Leitthema „Gemeinsame Gestaltung der onkologischen Pflege 2030“ kamen zahlreiche Pflegefachpersonen, medizinische Fachangestellte, Wissenschaftler:innen und weitere Expert:innen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Ziel war es, aktuelle Herausforderungen, innovative Konzepte und Zukunftsperspektiven der onkologischen Pflege in den Fokus zu rücken.

Auftakt mit Innovationsgeist

Der Kongress begann mit einem besonderen Highlight: Jan Ditgen eröffnete die Veranstaltung mit seinem Vortrag „Wunderwelt KI – Chancen und Risiken“. Mit Humor und interaktiven Elementen, darunter eine spontane KI-gestützte Einspielung von einer tanzenden Kerstin Paradies zu Schlagerklängen, gelang es ihm, die Teilnehmenden gleichermaßen zu begeistern und zum Nachdenken über die Möglichkeiten digitaler Werkzeuge in der onkologischen Pflege anzuregen. Damit setzte er den Ton für zwei Tage, die von Innovationskraft und Offenheit für Neues geprägt waren. Im Anschluss eröffnete die KOK-Vorstandssprecherin Kerstin Paradies den Kongress offiziell und betonte die Relevanz des gemeinsamen Gestaltens, nicht nur im Hinblick auf zukünftige Versorgungsmodelle, sondern auch auf die Weiterentwicklung des beruflichen Selbstverständnisses der onkologischen Pflege.

Breite Themenvielfalt – von Ethik bis Innovation

Das Programm des ersten Tages spiegelte die ganze Breite der onkologischen Pflege wider. Kontrovers diskutiert wurde der Vortrag „Assistierter Suizid – auch eine Frage für die Pflege?“ von Sven Goldbach, der rechtliche und ethische Aspekte sowie die Rolle von Pflegenden in diesem sensiblen Themenfeld beleuchtete.

Parallel dazu widmeten sich zahlreiche Workshops praxisnahen Fragestellungen:

  • Adhärenz und Therapiesicherheit bei oralen Tumortherapien
  • Früherkennung: „Wie fühlt sich Brustkrebs an?“
  • Innovative Einarbeitungskonzepte und Bildungswege für Fachpflege

Auch kreative Methoden fanden Raum: In dem Workshop zur Stressbewältigung unter dem Titel „Breathe with Me“ zeigte Mirko Laux, wie Achtsamkeit und Resilienzförderung im pflegerischen Alltag verankert werden können. Abschließend entstand durch die Teilnehmenden ein gemeinsames Kunstwerk. Der erste Kongresstag klang beim traditionellen „Meet & Greet“ in entspannter Atmosphäre aus. Erstmals über den Dächern Berlins kamen Teilnehmende bei spätsommerlichem Wetter zusammen. Der Austausch in informellem Rahmen wurde von vielen als besondere Gelegenheit genutzt, Kolleg:innen aus ganz Deutschland zu treffen, Netzwerke zu pflegen und neue Kooperationen anzustoßen.

Tag zwei: Preise, Palliativversorgung, Zukunftsperspektiven und Berufspolitik

Der zweite Kongresstag begann mit motivierenden Worten von Helena Ullgren, Präsidentin der European Oncology Nursing Society (EONS), die die internationale Dimension der onkologischen Pflege hervorhob und die Teilnehmenden zu Engagement, Austausch und gemeinsamer Weiterentwicklung ermutigte.

Im Anschluss wurden zwei besondere Ehrungen verliehen:

Anschließend richtete sich der Fokus auf die Schnittstelle von onkologischer und palliativer Pflege. In einem Vortrag von Katrin Wiens wurde deutlich, dass eine engere Verzahnung dieser Versorgungsbereiche unabdingbar ist, um Patient:innen sowie ihre An- und Zugehörigen in allen Krankheitsphasen bestmöglich begleiten zu können.

Weitere Workshops des Vormittags behandelten u. a. onkologische Einarbeitungskonzepte, Pflegeforschung in der KOK 2030 und neue Ansätze in der Patient:innenaufklärung. Das Industriesymposium bot aktuelle Einblicke in Supportivtherapie, Antiemese und pharmakologische Aspekte. Am Nachmittag griffen die Vorträge die Frage auf, wie innovative Versorgungsmodelle in der Brustkrebsbetreuung oder in Pflegesprechstunden erfolgreich implementiert werden können. Die berufspolitische Diskussion über die zunehmende Vielfalt an Berufsbezeichnungen in der onkologischen Pflege („APN“, „Onco-Coach“, „Oncolotse“) verdeutlichte die Notwendigkeit einer klaren Positionierung und gemeinsamen Sprache.

Im Anschluss an diese letzte Session zur Berufspolitik schloss der Vorstand der KOK den Kongress offiziell und dankte allen Beteiligten sowie den Teilnehmenden für zwei inspirierende und inhaltsreiche Tage. Der 13. KOK-Jahreskongress 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, dass die onkologische Pflege bereit ist, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Das Programm bot eine gelungene Mischung aus wissenschaftlichen Impulsen, praxisnahen Workshops, berufspolitischen Debatten und zahlreichen persönlichen Begegnungen. Wir blicken gespannt auf den 14. KOK-Jahreskongress am 04. – 05.09.2026, der die begonnenen Diskussionen fortführen und neue Impulse für die Pflegepraxis setzen wird.